Ernährung mit Rheuma: Darauf sollten Sie achten
Ob frisch diagnostiziert oder schon lange betroffen: Für viele Menschen mit Rheuma wird Ernährung früher oder später zu einem wichtigen Thema. Dabei gibt es einige Mythen und Verallgemeinerungen – etwa über verbotene Lebensmittel bei Rheuma. Die Sache ist jedoch die: Rheuma ist nicht gleich Rheuma. Genauso schwer ist es, eine einheitliche Ernährungsempfehlung für alle Betroffenen auszusprechen. Trotzdem möchten wir mit diesem Ratgeber versuchen, Ihnen einen Überblick zum Thema zu geben, damit Sie das Essen trotz Rheuma genießen können.
Wichtig vorweg: Auch wenn eine gesunde Ernährung wichtig ist, ersetzt sie nicht die ärztliche Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Sie ist vielmehr als komplementärer Anteil eines ganzheitlichen Ansatzes zu verstehen.

Das Prinzip der vollwertigen Ernährung bei Rheuma
Grundsätzlich empfehlen wir allen Menschen – egal, ob mit oder ohne chronischen Krankheiten – das Konzept der Vollwerternährung. Diese Diät entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Tipps für gesundes Essen und Trinken umfassen.
Vollwerternährung ist eine Ernährungsform, die auf möglichst naturbelassenen, unverarbeiteten Lebensmitteln basiert. Sie liefert viele Ballaststoffe, enthält eine hohe Nährstoffdichte und besitzt wenig entzündungsfördernde Bestandteile, was vor allem bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen empfehlenswert ist.
Warum Vollwerternährung bei vielen Rheumaformen sinnvoll ist:
- Sie liefert viele entzündungshemmende Pflanzenstoffe.
- Sie unterstützt eine gute Nährstoffversorgung, z. B. mit Magnesium, Kalium und sekundären Pflanzenstoffen.
- Sie kann helfen, Übergewicht und stille Entzündungen zu reduzieren.
- Sie fördert die Darmgesundheit, die bei vielen rheumatischen Erkrankungen eine Rolle spielt.
Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung
Bitte verstehen Sie die folgenden Empfehlungen als Richtlinien und nicht als strikte Regeln. Jeder Mensch is(s)t anders und sollte seine Kost entsprechend anpassen.

- Überwiegend vegetarische Lebensmittel (etwa ¾)
- Regionale, saisonale und ökologische Produkte
- Mäßiger Genuss von Eiern (2-3 pro Woche)
- Zwei Mal pro Woche Fleisch (aus ökologischen und gesundheitlichen Aspekten)
- 1-2 Mal pro Woche Fisch (rein ökologische Empfehlung)
- Wenig Zucker und verarbeitete Lebensmittel (Convenience Food)
- Umweltverträglich verpackte und fair gehandelte Lebensmittel
Wichtig: Auch wenn Vollwerternährung grundsätzlich empfohlen wird, sollte die Diät je nach Krankheitsbild, aktuellem Gesundheitszustand und Veranlagungen wie Allergien individualisiert werden. Im KfN legen wir daher großen Wert darauf, all unsere Patientinnen und Patienten im Rahmen unserer Ernährungstherapie bestmöglich zu versorgen.
Webinar-Tipp: Gesund und nachhaltig genießen
Welche Lebensmittel zu einer gesundheitsfördernden Ernährung beitragen und welche eher zu meiden sind, erfahren Sie im Webinar von Küchenleiter Joachim Heinze.
Ernährung bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis gilt es insbesondere auf Lebensmittel und Inhaltsstoffe zu verzichten, die Entzündungen im Körper fördern. Dazu gehört vor allem die Arachidonsäure, die sich vorrangig in tierischen Lebensmitteln wie Eigelb, Milchprodukten, Fleisch und Wurst findet. Besonders hoch ist ihr Anteil in Schweinefleisch, weshalb Menschen mit Rheuma besser darauf verzichten sollten. Allgemein sollte der Fleischkonsum bei entzündlichen Erkrankungen stark reduziert werden.
Die Bildung von Entzündungsstoffen aus Arachidonsäure kann durch Antioxidantien wie Vitamin E verringert werden. Vitamin E steckt unter anderem in Pflanzenölen, Nüssen, Samen und grünem Gemüse. Auch Vitamin C, Polyphenole und sekundäre Pflanzenstoffe tragen zur antioxidativen Wirkung bei (z. B. aus Beeren, Gemüse, Kräutern).
Neben einer arachidonsäurearmen Kost spielen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ungesättigte Fettsäuren eine zentrale Rolle. Vor allem Omega-3-Fettsäuren sollten fester Bestandteil der Ernährung bei Rheuma sein. Diese finden sich beispielsweise in fettem Seefisch wie Lachs. Als vegetarische Alternative eignen sich pflanzliche Öle wie Leinöl, das obendrein entzündungshemmende Eigenschaften aufweist.
Unser Küchenleiter Joachim Heinze empfiehlt: Schon ein Esslöffel Leinöl pro Tag reicht aus, um den Bedarf an wichtigen Omega-3-Fettsäuren zu decken. Diese Menge liefert genügend ALA (Alpha-Linolensäure) und trägt zu normalen Herz- und Blutfettwerten bei.
Bei Rheuma ist nicht nur eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren wichtig, sondern auch ein ausgewogenes Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren. Letztere können in größeren Mengen entzündungsfördernd wirken. Sie sind vor allem in einigen Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl sowie in vielen stark verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Diese sollten in einem Rheuma Ernährungsplan nur selten vorkommen.
Lebensmitteltabelle bei entzündlichem Rheuma
| Empfohlen | Nicht empfohlen |
|---|---|
| Gemüse (z. B. Brokkoli, Spinat, Paprika, Karotten) | Fettreiches Fleisch (z. B. Schweinefleisch, Braten) |
| Obst (Beeren, Äpfel, Kirschen, Zitrusfrüchte) | Wurstwaren, Aufschnitt |
| Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen) | Eigelb |
| Vollkornprodukte (Hafer, Dinkel, Vollkornbrot) | Stark verarbeitete Lebensmittel (Fertiggerichte, Chips, Fast Food) |
| Nüsse & Samen (Mandeln, Walnüsse, Leinsamen, Chiasamen) | Zucker, Süßigkeiten, Limonade |
| Omega-3-reicher Fisch (Lachs, Makrele, Hering) | Pflanzliche Öle mit hohem Omega-6-Anteil (Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeimöl) |
| Pflanzliche Öle mit Omega-3 (Leinöl, Rapsöl) | Stark gesättigte Fette (Butter, Schmalz) |
| Gewürze & Kräuter (Kurkuma, Ingwer, Knoblauch, Petersilie) | Alkohol in größeren Mengen |
| Wasser, ungesüßte Tees | Stark gesalzene Produkte |
Empfehlungen bei nicht-entzündlichen Krankheitsbilder
Auch bei nicht-entzündlichen rheumatischen Beschwerdebildern wie Arthrose und Osteoporose ist eine gesunde, vollwertige Ernährung wichtig. Grundsätzlich können Sie sich nach der obigen Rheuma-Ernährungstabelle richten, jedoch müssen Sie es mit dem Verzicht auf Fleisch nicht ganz so eng sehen. Im Fokus stehen eher die Belastungsreduktion und die Nährstoffversorgung.
Besonders wichtig ist eine gewichtsentlastende Ernährung: Jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke, Sehnen und Muskeln. In Kombination mit schonender Bewegung können Sie so einer Verschlimmerung der Symptome bei Rheuma entgegenwirken.
Des Weiteren sollten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen achten. Calcium, Vitamin D und Proteine sind für Osteoporose und Arthrose besonders wichtig, um den Körper von innen heraus zu stärken. Daneben spielen Magnesium und B-Vitamine eine wichtige Rolle zur Muskelentspannung und Nervenfunktion.
Tabelle: Wichtige Nährstoffe für Muskeln, Gelenke und Nerven
| Nährstoff | Funktion | Geeignete Lebensmittel |
|---|---|---|
| Protein | Erhält Muskelkraft, stabilisiert Gelenke | Hülsenfrüchte, Joghurt, Quark, Eier, Fisch, Tofu, Nüsse |
| Calcium | Wichtig für Knochenstabilität & Osteoporose-Prävention | Milchprodukte, calciumreiches Mineralwasser, Brokkoli, Grünkohl, Mandeln |
| Vitamin D | Unterstützt Knochen, Muskeln & Gleichgewicht | Fettreicher Fisch, Eigelb, angereicherte Lebensmittel, Sonnenlicht |
| Magnesium | Unterstützt Muskeln & Nerven, kann Verspannungen lindern | Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse |
| B-Vitamine | Wichtig für Nervenfunktion & Energiehaushalt | Vollkorn, Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, grünes Gemüse |
| Kalium | Unterstützt Muskel- & Zellfunktion | Bananen, Kartoffeln, Avocado, Spinat |
| Omega-3-Fettsäuren | Unterstützen Gelenkfunktion & Gewebestoffwechsel | Seefisch, Leinöl, Walnüsse, Chiasamen |
| Antioxidantien | Schützen Zellen vor oxidativem Stress | Beeren, Äpfel, Gemüse, Kräuter, grüner Tee |
| Ballaststoffe | Fördern Darmgesundheit & Gewichtskontrolle | Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte |
Weichteilrheuma: Ernährung bei Fibromyalgie
Weichteilrheuma, auch Fibromyalgie genannt, ist eine besondere Form der rheumatischen Erkrankungen. Wichtiger als strenge Diäten sind hier regelmäßige Mahlzeiten, stabile Blutzuckerwerte und die Beobachtung individueller Trigger (z. B. Zucker, Alkohol und Histamin). Viele Menschen mit Weichteilrheuma profitieren von leicht verdaulicher Ernährung und einem moderaten Ballaststoffanteil. Ansonsten gelten die Regeln der Vollwertkost: viel Obst und Gemüse, Vollkorn, pflanzliche Öle, fetter Fisch und Co.

Fasten bei Rheuma: Ja oder nein?
Fasten bei Rheuma wird vor allem im Zusammenhang mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen diskutiert. Studien zeigen, dass zeitlich begrenztes therapeutisches Fasten Entzündungsprozesse und Schmerzen vorübergehend lindern kann, da dabei entzündungsfördernde Stoffwechselwege gedämpft werden.
Für nicht-entzündliche Rheumaformen ist ein solcher Effekt bislang nicht belegt. Hier steht vielmehr das Risiko einer unzureichenden Nährstoffversorgung im Vordergrund. Deshalb ist es wichtig, dass längeres Fasten bei Rheuma nur begleitet erfolgt und nicht als dauerhafte Ernährungsform umgesetzt wird.
Im KfN wenden wir therapeutisches Fasten bei Rheuma daher nur nach einer umfassenden ärztlichen Konsultation und unter Aufsicht an.

Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils
Eine gesunde und zum Gesundheitszustand passende Ernährung ist nur ein Baustein von vielen für einen guten Umgang mit chronischen Erkrankungen. Nicht zu unterschätzen sind beispielsweise die Auswirkungen von Rauchen und Alkoholkonsum auf die Gesundheit. Daneben sollten Sie natürlich auch Ihre mentale Gesundheit nicht vernachlässigen. Gerade bei chronischen Krankheiten kann eine positive Lebenseinstellung vieles vereinfachen und sich sogar positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.
Auch Bewegung ist bei Rheuma von großer Bedeutung. Regelmäßige körperliche Betätigung erhält die Gelenkbeweglichkeit, stärkt die Muskulatur und verbessert die Durchblutung. Sie kann sich zudem positiv auf das Schmerzempfinden und die Stimmung auswirken. Geeignet sind gelenkschonende Ausdauerbewegungen (z. B. Radfahren, Nordic Walking und Schwimmen) sowie sanfte Kräftigungsübungen. Am besten an der frischen Luft, um nebenbei Vitamin D zu tanken.
Mehr als nur Essen: Rheuma ganzheitlich behandeln im KfN
Wie Sie sehen, lässt sich die Frage „Was essen bei Rheuma?“ nicht mit einer standardisierten Antwort lösen. Vielmehr geht es darum, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, seine Bedürfnisse zu verstehen und den Ernährungsplan individuell anzupassen. Je nach Erkrankung können andere Empfehlungen sinnvoll sein. Eine Liste mit verbotenen Lebensmitteln bei Rheuma wäre daher viel zu verallgemeinernd.
Wenn Sie nach einem ganzheitlichen Konzept zur Behandlung von Rheuma suchen, könnte ein Aufenthalt im Krankenhaus für Naturheilweisen in München eine neue Hoffnung für Sie sein. Wir denken ganzheitlich: von der Ernährung über die physikalische Therapie bis hin zu psychologischen Faktoren. Dabei stimmen wir die Behandlung individuell auf jede Patientin und jeden Patienten ab. Denn wir behandeln keine Krankheiten, sondern Menschen.
Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, wenn Sie sich für einen stationären oder ambulanten Aufenthalt interessieren.
FAQ zum Thema Ernährung bei Rheuma
Verbotene Lebensmittel bei Rheuma sind vor allem solche, die Entzündungen fördern können. Dazu zählen fettreiches Fleisch, Wurst, Eigelb, stark verarbeitete Produkte, Zucker sowie Pflanzenöle mit einem hohen Gehalt an Omega-6-Fettsäuren, wie beispielsweise Sonnenblumen-, Distel- oder Maiskeimöl. Diese Nahrungsmittel können die Bildung entzündungsfördernder Stoffe im Körper verstärken.
Entzündungshemmend wirken vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte. Omega-3-reiche Nahrungsmittel wie fetter Seefisch oder Leinöl können gezielt Entzündungen reduzieren. Auch antioxidativ wirksame Inhaltsstoffe wie die Vitamine E und C sowie Polyphenole unterstützen die Regulation entzündlicher Prozesse.
Ein Rheumaschub wird selten durch einzelne Lebensmittel ausgelöst. Häufig sind es jedoch kombinierte Faktoren, die Entzündungen verstärken. Besonders kritisch sind stark verarbeitete Produkte, zuckerreiche Lebensmittel, rotes Fleisch und Lebensmittel mit einem hohen Arachidonsäuregehalt. Auch individuelle Unverträglichkeiten, beispielsweise bei Milchprodukten oder histaminreichen Lebensmitteln, können die Symptome verstärken.
Obst, das reich an Antioxidantien und Vitamin C ist, kann sich positiv auf Rheuma auswirken. Besonders Beeren, Kirschen, Äpfel, Orangen und andere Zitrusfrüchte enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die Entzündungsprozesse im Körper hemmen können. Grundsätzlich sollte Obst frisch, saisonal und möglichst unverarbeitet verzehrt werden.
Entzündungen in den Gelenken werden vor allem durch Nahrungsmittel begünstigt, welche das Gleichgewicht zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren verschieben oder die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe begünstigen. Dazu gehören unter anderem fettreiches Fleisch, Wurst, Eigelb, stark verarbeitete Produkte, Zucker sowie bestimmte Pflanzenöle mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren. Eine bewusste Reduzierung dieser Lebensmittel kann Entzündungen mildern.
Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie durch qualifiziertes Fachpersonal. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.



