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Frühjahrsmüdigkeit: Woher sie kommt und was Sie dagegen tun können

Freuen Sie sich auch schon auf den Frühling? Endlich können wir Winterjacken, Mützen und Stiefel in den Keller räumen und uns über die länger werdenden Tage freuen. Doch während die Temperaturen steigen und die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, werden einige von uns von der Frühjahrsmüdigkeit eingeholt. Schätzungen zufolge ist jeder Zweite davon betroffen, Frauen etwas häufiger als Männer. Doch woran liegt es, dass wir uns genau jetzt häufig müde und ausgelaugt fühlen? In diesem Ratgeber betrachten wir die Frühjahrsmüdigkeit genauer und geben Ihnen Tipps, wie Sie erholt und munter den Frühling genießen können.

Was ist Frühjahrsmüdigkeit?

Als Frühjahrsmüdigkeit wird eine Erschöpfung und Antriebslosigkeit bezeichnet, die manche Menschen zwischen den Monaten Februar, März und April empfinden. Dabei handelt es sich nicht um eine diagnostizierbare Erkrankung, sondern um ein subjektives Empfinden, das durch den Jahreszeitenwechsel und die damit einhergehenden Veränderungen entsteht. In der Regel hält die Müdigkeit nicht länger als vier Wochen an und gilt als unbedenklich, sofern keine anderen Krankheiten wie das Fatigue-Syndrom oder stille Entzündungen dahinterstecken.

Typische Symptome der Frühjahrsmüdigkeit

Frühjahrsmüde erleben häufig eine leichte Erschöpfung trotz genug Erholung und ausreichend Schlaf. Die Symptome sind meist nur leicht ausgeprägt und können von Person zu Person variieren. Zu den häufig auftretenden Symptomen gehören:

  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Kreislaufprobleme
  • Gereiztheit
  • Wetterfühligkeit
  • Niedriger Blutdruck

Wichtig: Wenn die Symptome länger als zwei bis vier Wochen anhalten oder sich verschlimmern, sollte der Hausarzt bzw. die Hausärztin konsultiert werden, um Krankheiten oder einen Vitaminmangel auszuschließen.

Ursachen für die Müdigkeit im Frühjahr

Die genauen Ursachen für Frühjahrsmüdigkeit sind noch nicht abschließend geklärt. Einige Forscher gehen davon aus, dass die Müdigkeit in früheren Zeiten eine Folge der geringeren Nährstoffzufuhr im Winter gewesen sein könnte, von der sich der Körper in den Frühlingsmonaten erholen musste. Diese Erklärung passt jedoch nicht mehr, da wir heute in der westlichen Welt auch in der kalten Jahreszeit Zugang zu nährstoffreichen Lebensmitteln haben. 

Es gibt daher verschiedene Hypothesen, woher die Mattheit im Frühling kommen könnte. Keine dieser Erklärungen gilt als alleinige, allgemeingültige Ursache. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Hormonelle Veränderungen, der Lebensstil, der Nährstoffstatus und Kreislaufreaktionen greifen ineinander. Wie stark die Frühjahrsmüdigkeit ausgeprägt ist, hängt deshalb auch immer von der individuellen Situation ab.

Hormonumstellung

Mit den ersten helleren Tagen gerät unser Hormonhaushalt ordentlich in Schwung. Durch das zunehmende Tageslicht produziert der Körper mehr Serotonin – ein Hormon, das unsere Stimmung hebt und uns wach und aktiv fühlen lässt. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von Melatonin, das für Schlaf und Müdigkeit zuständig ist, langsam heruntergefahren. Diese Umstellung passiert jedoch nicht von heute auf morgen. Der Körper braucht Zeit, um sich an die veränderten Lichtverhältnisse anzupassen. In dieser Übergangsphase kann es passieren, dass das Zusammenspiel der Hormone noch nicht reibungslos funktioniert.

Temperaturschwankungen

Im Frühling wechselt das Wetter oft sprunghaft zwischen warmen und kühlen Tagen. Diese Temperaturschwankungen stellen eine große Herausforderung für unseren Körper dar. Besonders der Kreislauf muss sich immer wieder neu anpassen. Bei steigenden Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck leichter ab, was zu Schwindel, Müdigkeit oder einem schlappen Gefühl führen kann. Bis sich das Herz-Kreislauf-System an die wärmeren Tage gewöhnt hat, reagieren viele Menschen daher sensibler. 

Lebensstil

Auch unser Verhalten in den Wintermonaten kann eine Rolle spielen. Wenn es draußen kalt und dunkel ist, verbringen viele Menschen deutlich mehr Zeit in Innenräumen. Bewegung kommt dabei oft zu kurz und Mahlzeiten sind häufig schwerer als im Sommer. Der gemütlichere Rhythmus im Winter ist vollkommen menschlich, hat im Frühling jedoch Konsequenzen. Es kann zum Vitaminmangel kommen, der Kreislauf ist weniger trainiert und der Körper muss erst wieder in Schwung kommen. 

Vitamin-D-Mangel

Vitamin D wird hauptsächlich mithilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet. In den dunklen Monaten reicht die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden jedoch oft nicht aus, um die Speicher gut gefüllt zu halten. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel kann sich durch Müdigkeit, Antriebslosigkeit und eine gedrückte Stimmung bemerkbar machen. Wenn im Frühjahr die Sonne wieder stärker scheint, beginnt der Körper zwar erneut mit der Produktion, doch bis sich die Speicher erholen, kann es etwas dauern.

Was tun gegen Frühjahrsmüdigkeit? 6 bewährte Tipps

Die gute Nachricht ist: Frühjahrsmüdigkeit ist nur vorübergehend und lässt sich mit einigen einfachen Mitteln regulieren. Am wichtigsten ist es, der Müdigkeit nicht nachzugeben – auch wenn es schwerfällt. Ein Mittagsschlaf mag verlockend klingen, kann aber den Rhythmus noch mehr durcheinanderbringen und die Frühjahrsmüdigkeit verstärken. Stattdessen können Sie es mit den folgenden Tipps versuchen.

1. Licht tanken

Gehen Sie jeden Tag nach draußen, um Sonne zu tanken und Ihre Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. Das regt die Produktion von Serotonin an, wodurch Sie sich nicht nur wacher, sondern auch glücklicher fühlen.

2. Kreislauf ankurbeln

Integrieren Sie wieder mehr Bewegung in Ihren Alltag, am besten an der frischen Luft. Gehen Sie regelmäßig spazieren, machen Sie Ausdauertraining oder nutzen Sie das Rad. So kurbeln Sie Ihren Kreislauf an und geben der Müdigkeit weniger Chance. 

Tipp: Eine schöne Ergänzung sind hydrotherapeutische Anwendungen wie Kneippsche Güsse. 

3. Gesund ernähren

Achten Sie auf eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung, die den Körper von innen heraus stärkt. Wir empfehlen eine Orientierung an der Vollwertkost, wie wir sie auch in unserer Ernährungstherapie einsetzen. 

4. Gezielt supplementieren

Wenn die Müdigkeit anhält, kann ein Blutbild Aufschluss über einen möglichen Vitaminmangel geben. Je nach Ergebnis könnte eine Supplementierung, zum Beispiel mit Vitamin D oder Omega-3, sinnvoll sein. Dies sollte jedoch ärztlich abgeklärt und an Ihre individuelle Situation angepasst werden.

5. Natur genießen

Zahlreiche Studien belegen, dass sich ein Aufenthalt in der Natur positiv auf die physische und psychische Gesundheit auswirkt. Schon kurze Aufenthalte wirken stressreduzierend und steigern das Wohlbefinden. Darüber hinaus kann er sich positiv auf den Schlaf und das Immunsystem auswirken. Auch Ihr vegetatives Nervensystem wird Ihnen danken.

6. Mehr unternehmen

Verbringen Sie Zeit mit Freunden, gehen Sie einem (neuen) Hobby nach und genießen Sie die neuen Möglichkeiten der wärmer werdenden Tage. Soziale Kontakte fördern nachweislich eine gesündere Lebensweise und wirken positiv auf unsere mentale Gesundheit.

FAQ zum Thema Frühjahrsmüdigkeit

Im Frühjahr muss sich der Körper an längere Tage, mehr Licht und schwankende Temperaturen anpassen. Dabei verändert sich unter anderem der Hormonhaushalt und der Kreislauf wird stärker belastet. Diese Umstellungsphase kann vorübergehend zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen.

Typisch sind anhaltende Müdigkeit, ein erhöhtes Schlafbedürfnis, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Kreislaufprobleme wie Schwindel. Einige Menschen berichten auch von Kopfschmerzen oder einer gedrückten Stimmung. Die Beschwerden sind in der Regel mild und klingen nach einigen Wochen wieder ab.

In Hinblick auf die Frühjahrsmüdigkeit wird über ein Ungleichgewicht zwischen dem Schlafhormon Melatonin und dem Wohlfühlhormon Serotonin diskutiert. Wenn der Körper zu viel Melatonin produziert oder zu wenig Serotonin, kann das Müdigkeit begünstigen. Allerdings sind dauerhafte Erschöpfungszustände nicht immer hormonell bedingt und sollten bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.

Oft steht Vitamin D im Fokus, da die körpereigene Produktion im Winter durch mangelndes Sonnenlicht sinkt. Ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel kann Energie und Stimmung positiv beeinflussen. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, lässt sich jedoch nur durch eine ärztliche Untersuchung feststellen.

Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie durch qualifiziertes Fachpersonal. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Autor: Janina Widhammer-Zintl
Erscheinungsdatum: 26. Februar 2026