Was ist Integrative Medizin? Definition & Abgrenzung

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Was versteht man unter Integrativer Medizin?

Der Begriff „integrativ” beschreibt etwas, das verschiedene Teile, Perspektiven oder Menschen so zusammenführt, dass ein stimmiges Ganzes entsteht. Das Ziel besteht darin, Vielfalt einzubeziehen statt auszugrenzen. Gleiches gilt für die Integrative Medizin: Sie vereint das Beste aus verschiedenen medizinischen Ansätzen, um Patienten ganzheitlich zu behandeln. Bei integrativen Behandlungen werden Ansätze der evidenzbasierten Schulmedizin durch anerkannte Therapieformen der Komplementärmedizin ergänzt. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf einer nutzenorientierten Ergänzung statt einem Ersatz.

Begriffsabgrenzung

Häufig wird die Integrative Medizin mit den Begriffen Komplementärmedizin oder Alternativmedizin verwechselt. Jedoch handelt es sich um unterschiedliche Ansätze, deren Differenzierung für die medizinische Einordnung elementar ist.

  • Schulmedizin: Bezeichnet die wissenschaftlich fundierte, konventionelle Medizin, die auf geprüften Methoden, Diagnostik und Therapien basiert. Sie folgt anerkannten Standards und Leitlinien.
  • Komplementärmedizin: Umfasst Verfahren, die ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden, um deren Wirkung zu unterstützen. Sie ersetzt die ärztliche Behandlung nicht, sondern erweitert sie. Ein Beispiel ist die Naturheilkunde.
  • Integrative Medizin: Verbindet schulmedizinische und komplementärmedizinische Ansätze, um Patienten ganzheitlich zu unterstützen. Dabei werden nur solche ergänzenden Methoden eingesetzt, die sinnvoll und sicher sind.
  • Alternativmedizin: Bezieht sich auf Methoden, die anstelle der schulmedizinischen Behandlung genutzt werden. Dies wird aufgrund fehlender Evidenz und Unwissenschaftlichkeit häufig kritisiert.        

Was sind die Prinzipien der Integrativen Medizin?

Was die Integrative Medizin so besonders macht, ist der ganzheitliche Blick auf den Patienten und dessen Genesung. Körper, Geist und Lebensstil werden gemeinsam betrachtet, statt Symptome isoliert zu behandeln. Dabei bilden schulmedizinische Verfahren die Basis der Behandlung. Ergänzende Methoden wie Naturheilkunde werden nur genutzt, wenn sie sinnvoll und sicher sind. Behandlungskonzepte werden dabei individuell abgestimmt – abhängig von den Bedürfnissen des Patienten.

Eine weitere Besonderheit der Integrativen Medizin ist die Stärkung von Resilienz, Lebensstil und Gesundheit im Alltag. Es geht nicht nur darum, Symptome kurzfristig zu lindern, sondern nachhaltige Strategien für ein gesundes Leben zu erlernen. Dadurch kann beispielsweise der Umgang mit chronischen Erkrankungen erleichtert werden.

Wann macht eine Kombination aus Schul- und Komplementärmedizin Sinn?

Integrativmedizin kann bei verschiedenen Krankheitsbildern angewandt werden. Bei so gut wie jeder Erkrankung können naturheilkundliche Selbsthilfestrategien eingesetzt werden, um die Genesung zu ergänzen. Besonders vielversprechend ist die Kombination aus Schul- und Komplementärmedizin bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma. Die schulmedizinische Behandlung kommt hier oft mit Nebenwirkungen einher, die durch naturheilkundliche Verfahren wie Rapskernkneten oder eine antientzündliche Ernährung gelindert werden können.

Auch bei Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie, Migräne oder Arthrose ist eine ganzheitliche Therapie möglich. Hyperthermie, Misteltherapie und verschiedene pflanzliche Arzneimittel haben sich außerdem in der komplementären Behandlung bei Krebs bewährt. 

Generell sind integrative Konzepte häufig dann sinnvoll, wenn ein Patient bereits unterschiedliche ambulante Therapieverfahren ohne Erfolg genutzt hat. Eine Kombination mit Naturheilkunde kann in solchen Fällen neue Hoffnung geben. Dies gilt insbesondere für Krankheitsbilder wie Long-Covid oder das chronische Fatigue-Syndrom, für die bislang wenig durchgreifende schulmedizinische Behandlungsoptionen bestehen.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob für Ihren Fall eine integrative Behandlung passend ist, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen.

Wie sieht eine integrative Behandlung aus?

Integrative Behandlungen folgen keinem einheitlichen Schema, da sie individuell an den Patienten angepasst werden. Wie bereits erwähnt, bilden schulmedizinische Verfahren die Basis, darunter beispielsweise Diagnostik, Chirurgie und Arzneimitteltherapie. 

Je nach Erkrankung und aktuellem Zustand können komplementärmedizinische Verfahren ergänzend eingesetzt werden. Die Bandbreite dieser Methoden ist groß und reicht von physikalischer Therapie bis hin zum therapeutischen Fasten. Bewegung und Ernährung spielen ebenfalls eine zentrale Rolle.

Auch psychologische Unterstützung kann in vielen Fällen sinnvoll sein, um den Alltag mit chronischen Erkrankungen wie dem Fatigue-Syndrom, chronischen Schmerzen oder Autoimmunerkrankungen besser zu bewältigen.

Integrative Medizin in München: Behandlung im KfN

Modern, integrativ, menschlich – nach diesen Werten behandeln wir unsere Patientinnen und Patienten im Krankenhaus für Naturheilweisen in München. Mitten im Grünen finden Menschen bei uns einen Ort für ganzheitliche medizinische Betreuung. Neben Schulmedizin nutzt unser erfahrenes Ärzteteam bewährte Methoden aus der Naturheilkunde. Diese sollen ergänzende Linderung bei Beschwerden ermöglichen und gleichzeitig Anhaltspunkte für den Umgang mit chronischen Krankheiten im Alltag bieten. Patienten können sich bei uns für einen stationären Aufenthalt entscheiden oder unsere Ambulanz für integrative Medizin besuchen. 

Unsere komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden

Als Patient im KfN München erhalten Sie einen individuellen Behandlungsplan, der verschiedene Verfahren aus der Naturheilkunde enthält. Diese werden von unserem erfahrenen Team aus Ärzten und Gesundheitsexperten für Sie ausgewählt und durchgeführt. Bitte beachten Sie, dass die folgenden Behandlungsmethoden eine Übersicht darstellen und nicht jedes Verfahren für jeden Patienten sinnvoll ist. Welche Methoden für Sie in Frage kommen, können wir erst nach einem Screening Ihrer Diagnose feststellen.

Gruppe macht Bewegungstherapie in der Natur

Die Physikalische Therapie nutzt gezielte äußere Reize, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und Schmerzen zu lindern. Dazu gehören u. a. Bewegungstherapie, Massagen, Hydrotherapie sowie Atemtherapie. Sie wird individuell angepasst, um die Beweglichkeit zu verbessern und das vegetative Nervensystem zu harmonisieren.

Verschiedene Lebensmittel schön angerichtet auf einem Holzbrett

Die Ernährungstherapie im KfN basiert auf einer pflanzenbetonten, vollwertigen Kost, die individuell auf das Krankheitsbild des Patienten abgestimmt wird. Sie dient dazu, chronische Entzündungen zu hemmen, den Stoffwechsel zu entlasten und den Körper mit lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Ein Löffel mit getrockneten Kamillenblüten und Kamillen im Hintergrund

Die Phytotherapie nutzt die Heilkraft von Pflanzen und deren Extrakten, um Krankheiten zu behandeln oder zu lindern. Eingesetzt werden hochdosierte pflanzliche Arzneimittel in Form von Tees, Tropfen, Kapseln oder Salben, die oft weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente haben. Die Wirkstoffe werden auf die Beschwerden der Patienten abgestimmt.

Zimmer mit Hyperthermie-Ausstattung

Bei der Hyperthermie wird der Körper gezielt und kontrolliert erwärmt, um ein künstliches Fieber zu erzeugen. Diese Temperaturerhöhung stimuliert das Immunsystem, verbessert die Durchblutung und kann die Wirksamkeit anderer Therapien steigern. Im KfN wird unter anderem bei Fibromyalgie, Tumorerkrankungen oder rheumatischen Beschwerden angewandt.

Arzt wendet Schröpfgläser auf Rücken eines Patienten an

Zu den ausleitenden Verfahren gehören das blutige oder trockene Schröpfen, der Aderlass und der Einsatz von Blutegeln. Diese Verfahren fördern die lokale Durchblutung, entlasten das Bindegewebe und aktivieren die körpereigenen Heilungsprozesse.

Arzt wendet Neuraltherapie am Knie eines Patienten an

Die Neuraltherapie ist ein Regulationsverfahren, bei ein örtliches Betäubungsmittel (meist Lidocain) in spezifische Hautzonen, Schmerzpunkte oder sogenannte Störfelder injiziert wird. Über das Nervensystem werden dadurch Blockaden gelöst, die Durchblutung verbessert und chronische Schmerzkreisläufe durchbrochen.

Zwei Frauen basteln bei der Kunsttherapie

Als Basis der klassischen Naturheilkunde strebt die Ordnungstherapie eine gesunde und ausgewogene Lebensgestaltung an. Patienten erlernen hierbei Strategien zur Stressbewältigung, Achtsamkeit, einen Rhythmus aus Bewegung und Entspannung sowie einen bewussten Umgang mit den eigenen Ressourcen. Ziel ist es, die seelische und körperliche Balance nachhaltig zu stärken und den Alltag gesundheitsfördernd umzustrukturieren.

Eine Schüssel mit einer klaren Fastenbrühe

Beim medizinisch begleiteten Fasten verzichten Patienten für eine begrenzte Zeit weitgehend auf feste Nahrung und nehmen stattdessen Brühen, Säfte und Tees zu sich. Dieser bewusste Verzicht kurbelt die zelluläre Müllabfuhr (Autophagie) an, wirkt stark entzündungshemmend und entlastet das Immunsystem. Es wird besonders erfolgreich bei Rheuma, Stoffwechselstörungen und chronischen Schmerzen eingesetzt.

Patientin duftet an Aromaöl

Diese Anwendungen ergänzen die medizinische Therapie durch aktivierende Pflegekonzepte aus der Naturheilkunde. Dazu gehören fachgerecht durchgeführte Wickel und Auflagen, rhythmische Einreibungen mit ätherischen Ölen und beruhigende Waschungen. Sie dienen der Schmerzlinderung, fördern den Schlaf und stärken das allgemeine Wohlbefinden der Patienten.

Gut zu wissen: Bei einer passenden Diagnose werden die Kosten für eine stationäre, integrative Behandlung im KfN in der Regel von allen Krankenkassen und Krankenversicherungen übernommen.

Ihr Weg zur ganzheitlichen Behandlung im KfN

Wenn Sie an einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus für Naturheilweisen interessiert sind, können Sie über unser Anmeldeformular Kontakt zu uns aufnehmen. Voraussetzungen für den stationären Aufenthalt sind u. a. eine passende Diagnose, eine akute Dringlichkeit eines stationären Aufenthalts und ein Einweisungsschein Ihres Haus- oder Facharztes. Erst nachdem wir Ihre Unterlagen gesichtet haben, können wir Ihnen einen Termin für die Aufnahme zuweisen.

Drei Ärzte laufen einen Gang entlang im KfN München

FAQ zum Thema Integrative Medizin

Ja, im Gegensatz zur Alternativmedizin beruht Integrative Medizin auf wissenschaftlichen Verfahren aus der Schulmedizin, die durch bewährte naturheilkundliche Methoden ergänzt werden. Wichtig dabei ist, dass diese von geschultem Personal durchgeführt werden, um mögliche Kontraindikationen zu vermeiden.

Sofern eine stationäre, integrative Behandlung bei Ihrer Diagnose notwendig ist (z. B. aufgrund eines akuten Schubs) und eine Einweisung des behandelnden Arztes vorliegt, übernehmen private und gesetzliche Versicherungen in der Regel die Kosten für integrative Behandlungen. Am besten erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Krankenkasse.

Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Komplementärmedizin und wird daher auch bei integrativen Behandlungskonzepten einbezogen. Beispiele hierfür sind eine histaminarme Ernährung und therapeutisches Fasten.

Die Dauer einer integrativen Behandlung ist sehr individuell. Sie richtet sich einerseits nach der Schwere des Krankheitsbildes und andererseits nach dem Zeitraum, den die Krankenkasse für den Aufenthalt bewilligt.

Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie durch qualifiziertes Fachpersonal. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.


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