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Vorteile vom Knieguss nach Kneipp
Kneipp’sche Güsse gehören zu den traditionellen Verfahren der Naturheilkunde. Sebastian Kneipp, der als Begründer der Hydrotherapie gilt, entwickelte verschiedene Wasseranwendungen. Besonders bekannt ist das Wassertreten nach Kneipp. Eine Anwendung, die prima zu Hause durchgeführt werden kann, ist der Kneippsche Knieguss mit kaltem Wasser.
Der kalte Knieguss ist eine effektive Kneipp-Anwendung, welche die Durchblutung anregt und die Lymphgefäße unterstützen kann. Er wirkt wohltuend bei geschwollenen Beinen, müden Füßen und bei Unruhe in den Beinen. Aber auch bei Schlafstörungen und gefäßbedingten Kopfschmerzen kann der Knieguss lindern. Zudem kurbelt er den Kreislauf an. Traditionell wird der kalte Knieguss auch zur Stärkung des Immunsystems angewendet.
Was bewirkt kaltes Wasser an den Beinen?
Anleitung: So wird der Kneipp’sche Knieguss angewandt
Die Anwendung kann regelmäßig als Teil einer Kneipp-Kur durchgeführt werden oder bei Bedarf, um die Durchblutung zu fördern und das Immunsystem zu unterstützen. Der Knieguss kann beliebig oft (auch täglich) angewendet werden, allerdings gilt die Regel „Kneipp nicht kalt auf kalt“. Das bedeutet, dass Kneipp-Anwendungen mit kaltem Wasser nicht bei Frösteln oder auf einem kalten Körper durchgeführt werden sollten. Der Körper muss warm sein, damit die Kälte einen positiven Effekt auf die Durchblutung und das Immunsystem haben kann.
Vorbereitung:
- Gegossen wird am besten mit einem Gießschlauch oder Duschschlauch ohne Brause, so dass der Wasserstrahl gebündelt ist.
- Das Wasser sollte eine Temperatur zwischen 10 und 14 Grad Celsius haben.
Durchführung:
- Rückseite Beine: Begonnen wird an der rechten kleinen Zehe (herzfern), dann wird der Strahl langsam an der Außenseite des Beines hinauf bis zur Kniekehle geführt. Langsam dreimal über der Kniekehle hin und her, dann an der Innenseite des Beines hinab. Dasselbe am linken Bein wiederholen.
- Vorderseite Beine: Beginn ist wieder an der rechten kleinen Zehe, an der Außenseite des Beines hinauf bis kurz oberhalb der Knies, dort ebenso dreimal hin und her, an der Innenseite des Beines hinunter.
- Dasselbe am linken Bein wiederholen. Zum Schluss die Fußsohlen begießen – erst rechts, dann links.
- Tipp: Während des Kniegusses die einzelnen „Guss-Schritte“ laut mitzählen, dann vergisst man das Atmen auch nicht.


Nach dem Guss:
- Nach dem Knieguss ist es wichtig, die Unterschenkel nicht abzutrocknen – das Wasser nur abstreifen. So hält der Effekt länger an. Die Zehen und Fußsohlen können mit einem Handtuch sanft abgetrocknet werden.
- Anschließend gerne bewegen und bei Bedarf warmhalten, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Sollten sich die Füße trotz Bewegung nach 20-30 Minuten unangenehm kalt anfühlen, dann auf Wunsch noch einmal warm abduschen.
Achtung: Nicht geeignet ist der kalte Knieguss bei arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine, Ischiasnervenschmerzen, Herzinsuffizienz, starker Kälteempfindlichkeit, Harnwegsinfekten und frischen / offenen Verletzungen! Der Knieguss sollte nicht während der Menstruation durchgeführt werden.
FAQ zum Thema Knieguss
Ein Kneippscher Guss ist eine gezielte Wasseranwendung nach der Lehre von Sebastian Kneipp. Dabei wird ein Wasserstrahl (in der Regel ohne Druck, also mit „gebundenem Strahl“) über bestimmte Körperpartien geführt. Der Guss ist eine Form der Hydrotherapie, die darauf abzielt, thermische Reize zu setzen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und das Immunsystem zu stärken.
Bei guter Verträglichkeit kann ein Kneipp’scher Knieguss ohne Bedenken täglich durchgeführt werden. Viele Anwender integrieren ihn als festes Ritual in ihre Abendroutine, um ihre Beine nach einem langen Tag zu entlasten und die Schlafqualität zu verbessern. Um einen langfristigen Abhärtungseffekt und eine dauerhafte Stärkung des Immunsystems zu erzielen, ist eine regelmäßige, tägliche Anwendung sogar empfehlenswert, sofern der Körper nach dem Guss wieder ausreichend aktiviert oder durch warme Kleidung erwärmt wird.
Trotz der positiven Effekte gibt es Situationen, in denen man auf das Kneippen verzichten sollte. Ein Kaltreiz darf grundsätzlich niemals auf einem bereits frierenden Körper erfolgen, da dies die körpereigene Wärmeregulation überfordert. Gegenanzeigen bestehen zudem bei akuten Harnwegsinfekten wie Blasen- oder Nierenbeckenentzündungen, bei schweren arteriellen Durchblutungsstörungen, während der Menstruation sowie bei akuten Ischiasschmerzen, da die Kälte die Beschwerden in diesen Fällen verschlimmern könnte.
Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Sie ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie durch qualifiziertes Fachpersonal. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

