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Histaminarme Ernährung, mediterrane Ernährung, arachidonsäurearme Kost und mehr

Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie ist ein zentrales Therapieelement in der klassischen Naturheilkunde. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention und Behandlung von chronischen Erkrankungen. Im KfN bieten wir verschiedende Therapieformen an:

  • Spezielle, auf die jeweilige Erkrankung abgestimmte Ernährungskonzepte: z. B. spezielle vegetarische Kostformen, histaminarme Ernährung, therapeutisches Fasten, arachidonsäurearme Kost, Hafertage
  • Gezielte Ernährungskonzepte bei Fehl- und Mangelernährung
  • Individuelle Ernährungskonzepte bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Anleitung zu einer gesunden Ernährung, z. B. mediterrane Ernährung

Wir unterstützen unsere Patienten dabei, ihre Ernährung auf eine für ihre Gesundheit förderliche Kost umzustellen. Sie erhalten dazu Ernährungsvorträge und ggf. auch eine individuelle Ernährungsberatung zu den für sie relevanten Themen. Ziel der Ernährungstherapie ist jeweils eine nachhaltige Gewöhnung des Patienten an seine neue Kost, um einen Rückfall in gesundheitsschädliche Ernährungsgewohnheiten zu vermeiden.

Relevante Begleiterkrankungen, individuelle Ernährungsvorlieben, Unverträglichkeiten und auch der kulturelle Hintergrund müssen bei jeder Ernährungstherapie berücksichtigt werden, um eine langfristige Kostumstellung erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

Ernährungsumstellung bei Nahrungsmittelunverträglichkeit

Bei einer festgestellten Nahrungsmittelunverträglichkeit gilt es, den auslösenden Nahrungsbestandteil weitgehend zu vermeiden. In welchem Maße das unverträgliche Nahrungsmittel toleriert wird, ist individuell verschieden. Die am häufigsten auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind Laktoseintoleranz, bei der Milchzucker nicht vertragen wird, Fruktosemalabsorption (Fruchtzuckerunverträglichkeit) und Histaminunverträglichkeit. Dabei werden kleine Mengen von Milch- oder Fruchtzucker meist vertragen. Die Zufuhr größerer Mengen führt zu Symptomen wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen. Diese Unverträglichkeiten können diätisch mit guten Ergebnissen behandelt werden.

Bei einer Nahrungsmittelallergie ist das Allergen hingegen strikt aus der Ernährung auszuschließen, da der Körper auch bei kleinsten Mengen mit einer überschießenden Immunreaktion antwortet, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein kann.

Histaminarme Ernährung bei allergischen Erkrankungen und Histaminintoleranz

Histamin entsteht bei der Reifung und Lagerung von Nahrungsmitteln. Viele Lebensmittel enthalten Histamin, zum Beispiel gereifter Käse, Rotwein, geräuchertes Fleisch, Fisch-Konserven, hefehaltige Backwaren oder Schokolade. Auch bestimmte Obst- und Gemüsesorten sind histaminreich oder setzen Histamin im Körper frei, unter anderem Erdbeeren, Tomaten und Sauerkraut.

Histamin wird auch im gesunden menschlichen Körper in großen Mengen produziert. Es spielt eine wichtige Rolle als Gewebshormon und Botenstoff. Im gesunden Organismus baut das Enzym Diaminoxidase (DAO) Histamin zum größten Teil im Dünndarm ab, bevor es vom Körper aufgenommen werden kann. Erst bei einer Aufnahme größerer Mengen an Histamin kann es bei prädisponierten Personen zu allergieartigen Reaktionen kommen.

Menschen mit Histaminintoleranz leiden häufig unter einem DAO-Mangel oder einer verminderten DAO-Aktivität und reagieren oft schon auf kleinere Mengen Histamin mit z. B.

  • Juckreiz
  • Übelkeit
  • Krämpfen
  • Herzrasen
  • Asthma
  • Kopfschmerzen

Diese Symptome können innerhalb von wenigen Minuten bis zu wenigen Stunden nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftreten. Oft liegt das auch daran, dass der Histaminabbau durch Medikamente gestört ist. Bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittel können ebenfalls körpereigenes Histamin freisetzen.

Die Symptome der Histaminintoleranz können oft innerhalb weniger Wochen durch eine histaminarme Diät gebessert werden und im Verlauf auch vollständig verschwinden. Das Wohlbefinden der Betroffenen lässt sich durch eine Ernährung mit geringem Histamingehalt normalisieren. Die therapeutische Ernährung beruht nicht nur auf dem Vermeiden von histaminreichen Nahrungsmitteln, sondern auch auf einer verringerten Aufnahme von histaminfreisetzenden Lebensmitteln und bestimmten Medikamenten. Unterstützend zur histaminarmen Ernährungstherapie setzt der Arzt ggf. Antihistaminika oder Diaminoxidase-Kapseln ein. Auch bei atopischen Erkrankungen wie dem Asthma bronchiale und dem atopischen Ekzem (Neurodermitis) oder bei bestimmten Formen von Migräne kann eine histaminarme Ernährung zur Besserung der Symptome beitragen.

Mediterrane Ernährung als wirksame Therapie

Die mediterrane Ernährung ist eine pflanzenbasierte Kost, die sich durch einen hohen Anteil an Früchten und Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie pflanzlichen Fetten in Form von Olivenöl und Nüssen auszeichnet. Hieraus resultiert ein hoher Ballaststoffgehalt, eine erhöhte Zufuhr von Lebensmitteln mit einem erniedrigten glykämischen Index (GI) und einem hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen sowie eine reduzierte Zufuhr von gesättigten Fetten. Neben der Verringerung entzündungsfördernder Botenstoffe und des oxidativen Stresses ist unter einer mediterranen Ernährung auch ein Abfall der Blutfettwerte und des Blutzuckerspiegels zu beobachten.

Die Umstellung auf eine mediterrane Kost ist eine sehr wirksame Ernährungstherapie bei Stoffwechselstörungen wie dem Typ-2-Diabetes und dem Metabolischen Syndrom sowie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie wird auch bei Patienten mit rheumatoider Arthritis erfolgreich eingesetzt.

Arachidonsäurearme Kost

Die Arachidonsäure spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Entzündungsbotenstoffen im Körper. Diese mehrfach ungesättigte Fettsäure findet sich in unterschiedlicher Menge in tierischen Fetten, so z. B. in Wurst und fettem Fleisch aber auch in Milchprodukten mit hohem Fettanteil. Besonders bei allen chronisch entzündlichen Erkrankungen wie z. B. der rheumatoiden Arthritis sollte über die Ernährung möglichst wenig Arachidonsäure zugeführt werden, um das Entzündungsgeschehen im Körper nicht noch zusätzlich anzufeuern.

Klassischer Einstieg in eine arachidonsäurearme Ernährung sind das therapeutische Fasten, Kartoffeltage oder Rohkosttage.

Die sieben Grundsätze der Vollwerternährung nach C. Leitzmann1

-    Genussvolle und bekömmliche Speisen
-    Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
-    Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel
-    Ökologisch erzeugte Lebensmittel
-    Regionale und saisonale Erzeugnisse
-    Umweltverträglich verpackte Produkte
-    Fair gehandelte Lebensmittel

1Leitzmann, C., v. Koerber, K., Männle, Th.: Vollwert-Ernährung. Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung. 11. Aufl., S. 3, S. 110 Stuttgart 2012